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AWS European Sovereign Cloud: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Die Ankündigung der AWS European Sovereign Cloud (ESC) verspricht maximale digitale Souveränität für regulierte Branchen in Europa. Doch was bedeutet das technisch für die Umsetzung? Als Cloud-Experten bei der HiQ GmbH blicken wir hinter das Marketing und analysieren, wie sich die ESC in die bestehende IT-Landschaft integrieren lässt.

Architektur: Eher „China-Modell“ als „GovCloud“

Entgegen mancher Erwartungen wird die AWS ESC kein einfaches Add-on zur bestehenden AWS Public Cloud sein. Architektonisch orientiert sie sich eher am Modell von AWS China:

  • Isolierte Control Plane: Die ESC verfügt über eine komplett eigenständige Infrastruktur für Management und Authentifizierung (IAM).
  • Keine physische Verbindung: Es gibt keine logische Verknüpfung der Benutzerkonten zwischen der Public Cloud und der ESC.
  • Service-Verfügbarkeit: Man muss sich darauf einstellen, dass zum Start nicht das volle Portfolio der über 200 AWS-Services verfügbar sein wird. Neue Features werden voraussichtlich mit zeitlicher Verzögerung (Gap) in der ESC landen.

Der Vorteil: Im Gegensatz zur US GovCloud (die US-Staatsbürgerschaft erfordert) oder AWS China (die eine lokale Geschäftseinheit verlangt), steht die ESC allen europäischen Unternehmen offen, die höchste Anforderungen an Datenresidenz und operativer Autonomie haben.

Die strategische Entscheidung: Public, Sovereign oder Hybrid?

Unternehmen stehen nun vor einer neuen Weichenstellung. Die Wahl ist nicht mehr nur „Cloud oder On-Premise“, sondern:

  • Pure Sovereign: Volle Compliance, aber Verzicht auf die neueste Feature-Geschwindigkeit der Public Cloud.
  • Pure Public: Maximale Innovation, aber Login-Daten und Metadaten liegen ggf. außerhalb der EU-Jurisdiktion.
  • Hybrid-Cloud-Modell: Die Nutzung beider Welten parallel – je nach Sensibilität der Workloads.

Die technische Herausforderung der Dualität

Wer sich für das hybride Modell entscheidet, stößt schnell auf administrative Hürden. Da das Identity and Access Management (IAM) strikt getrennt ist, bedeutet das:

  • Identitäts-Management: Ohne Strategie müssten Nutzer zwei separate Logins verwalten. Die Lösung ist ein externer Identity Provider (IdP) wie Okta oder Microsoft Entra ID.
  • Doppelter Setup: Das AWS IAM Identity Center muss zweimal initialisiert und konfiguriert werden – einmal für die Public Cloud und einmal für die ESC.
  • Infrastruktur-Redundanz: Viele Ressourcen müssen doppelt definiert und verwaltet werden.

Wie wir Sie unterstützen: Infrastructure as Code (IaC)

Hier kommt unsere Expertise bei der HiQ GmbH ins Spiel. Damit der Betrieb von zwei isolierten Cloud-Backends nicht zu explodierenden Kosten und Fehlern führt, setzen wir konsequent auf Terraform und Terragrunt.

Durch unsere langjährige Erfahrung in der Automatisierung können wir:

  • Infrastruktur-Module so entwickeln, dass sie agnostisch gegenüber dem AWS-Backend sind.
  • Workflows schaffen, die identische Umgebungen sowohl in der Public Cloud als auch in der ESC auf Knopfdruck bereitstellen.
  • Die Komplexität der getrennten IAM-Welten durch automatisierte Provisionierung minimieren.

Die Chancen der AWS European Sovereign Cloud nutzen

Die AWS European Sovereign Cloud ist ein mächtiges Werkzeug für die Compliance, erfordert aber eine durchdachte Architektur, um nicht in der „Komplexitätsfalle“ zu landen.

Möchten Sie wissen, wie Ihre aktuelle AWS-Infrastruktur fit für die Sovereign Cloud wird? Lassen Sie uns gemeinsam in einem Workshop evaluieren, welche Workloads von der ESC profitieren und wie wir Ihre Deployment-Pipelines für das Multi-Backend-Szenario optimieren können.

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HiQ bietet Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für zuverlässiges Gerätemanagement und drahtlose Firmware-Updates.

F-OTA für Kundenorientierte

Warum F‑OTA Updates Kunden loyaler machen

Eine Fünf‑Sterne‑Bewertung mit Weiterempfehlung ist für viele Unternehmen mehr als eine nette Zahl. Sie steht für stabile Umsätze, einen starken Ruf im Markt und die Bestätigung für Ihre Teams, dass sie an etwas Wertvollem arbeiten.

Um diese Kundenzufriedenheit nicht nur zu erreichen, sondern langfristig zu halten, müssen Sie wissen, was Ihre Kunden wirklich brauchen – und schnell darauf reagieren können.

Genau hier setzt F‑OTA (Firmware‑Over‑The‑Air) an: Es ist der einfachste Weg, Ihre Geräte im Feld aktuell zu halten und Kundenerwartungen laufend zu übertreffen. Firmware‑over‑the‑air‑Updates sind dabei ein zentrales Werkzeug in der digitalen Industrieumgebung. 

Das richtige Update zur richtigen Zeit

Updates sind nur dann ein Vorteil, wenn sie nicht stören. In der industriellen Praxis ist das Gegenteil oft der Fall: Schichtbeginn um sieben Uhr – aber die Maschinen blockieren wegen eines spontanen Updates. Die Produktion steht, der Frust steigt. Sicherheits‑ oder Performance‑Updates, die für Ihr Unternehmen essenziell sind, werden so zum Ärgernis. 

Mit einem professionellen F‑OTA‑System planen Sie Rollouts vorausschauend. Sie definieren klare Update‑Fenster, abgestimmt auf Schichtpläne, Produktionszyklen oder Wartungszeiten. Analysen der Nutzungsdaten unterstützen Sie dabei, ideale Zeitpunkte automatisch zu wählen. So bleiben Ihre Anlagen sicher und performant – ohne Ihre Kunden oder deren Mitarbeitende im entscheidenden Moment auszubremsen. 

Komfort als Teil des Kundenerlebnisses

Ihre Kunden erwarten heute, dass Produkte „einfach funktionieren“ – ohne Kabelsalat, ohne umständliche Serviceprozesse, ohne Vor-Ort-Einsätze für jede kleine Anpassung. F‑OTA ermöglicht genau das: Geräte beziehen Aktualisierungen im Hintergrund, ohne dass der Nutzer aktiv werden muss. 

Für Ihre Kunden bedeutet das: 

  • immer die neuesten Sicherheitsstandards,
  • neue Funktionen, ohne neue Hardware,
  • weniger Stillstand, weniger Aufwand, weniger Supportfälle.

F‑OTA wird damit vom technischen Detail zu einem klar spürbaren Komfortfaktor – und zu einem Baustein Ihrer Customer Experience.

Feedback, das wirklich Wirkung zeigt

Viele Unternehmen sammeln Kundenfeedback – nur wenige können es schnell genug in den Produkten sichtbar machen. Ohne F‑OTA bleibt Feedback oft auf der Roadmap für die nächste Produktgeneration hängen. 

Mit einem durchdachten F‑OTA‑Setup können Sie Beschwerden, Wünsche oder Verbesserungsvorschläge direkt in Produktverbesserungen übersetzen: Ein Problem wird erkannt, die Firmware angepasst, das Update gezielt auf die betroffenen Geräte ausgerollt. Kunden erleben, dass ihre Rückmeldung ernst genommen wird – nicht in der nächsten Produktgeneration, sondern in ihrem aktuellen Gerät. Das schafft Vertrauen und verwandelt einmalige Käufer in loyale Stammkunden.

Geld sparen und Umwelt schonen

Industriekunden achten auf Total Cost of Ownership. F‑OTA zahlt direkt darauf ein. Geräte bleiben durch laufende Updates länger im Einsatz, ohne sicherheitstechnisch oder funktional zu veralten. Statt frühzeitig ersetzen zu müssen, nutzen Ihre Kunden vorhandene Hardware über ihren gesamten Lebenszyklus – mit aktueller Software. Das schont Budgets und Ressourcen. 

Hinzu kommen smarte Funktionen, die erst durch F‑OTA möglich werden: etwa Optimierungen für energie- oder lastabhängige Steuerungen. Eine Maschine, die automatisch dann läuft, wenn Energie günstig ist, spart reale Betriebskosten – ein konkreter Mehrwert, den Ihre Kunden sofort verstehen. 

Warum HiQ der richtige Partner für F-OTA und Gerätemanagement ist

F‑OTA und Gerätemanagement sind kein „Nebenprojekt“, sondern Infrastruktur. Sie müssen im industriellen Umfeld sicher, zuverlässig und effizient funktionieren. Genau hier setzt HiQ mit einer spezialisierten Lösung für Device Management und FOTA an. 

Unsere Gerätemanagement‑Lösung ist darauf ausgelegt, große und heterogene Geräteflotten in IoT‑ und Enterprise‑Umgebungen zentral zu steuern – von der Firmware über die Software bis hin zu Content‑Updates. Statt eines starren Standardprodukts erhalten Sie ein auf Ihre Anforderungen zugeschnittenes, speziell entwickeltes System, das Ihre bestehenden Prozesse und Systeme berücksichtigt. 

Für Sie als Industrieunternehmen bedeutet das:

  • ein klarer, sicherer Weg, verkaufte Geräte aktuell zu halten,
  • eine Plattform, mit der Sie F-OTA strategisch nutzen können – von Security-Patches bis zu neuen Geschäftsmodellen,
  • ein Partner, der sowohl die technische Tiefe von Firmware-Updates als auch die betriebswirtschaftlichen Ziele Ihrer Organisation versteht.

Denn Device Management und Firmware‑Over‑The‑Air‑Updates sind heute essenziell, um Sicherheit, Effizienz und Skalierbarkeit in modernen Geräteumgebungen zu gewährleisten. HiQ verbindet dieses technische Fundament mit Branchenkenntnis und einem klaren Fokus auf Kundenerlebnis – Ihre Basis, um F‑OTA nicht nur einzuführen, sondern im Markt als Vorteil zu nutzen.

Fazit: F-OTA als Wettbewerbsfaktor

Ein modernes F‑OTA‑System ist mehr als eine technische Spielerei. Es ist ein strategisches Werkzeug, um Kundenzufriedenheit zu sichern, Kundenbindung zu stärken und Ihr Angebot im Markt zu differenzieren. In einem Umfeld, in dem regulatorische Anforderungen, Sicherheitsstandards und Kundenerwartungen kontinuierlich steigen, wird F‑OTA vom „nice‑to‑have“ zum geschäftskritischen Muss.

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Eine Frau mit lockigem Haar und Brille lächelt in die Kamera, vor einem einfarbig rosa Hintergrund.

Alina Gehrmann

Alina ist Teil des Marketingteams von HiQ. Sie reist gerne in andere Länder oder vertieft sich in einen guten Roman. Ansonsten trifft man sie auch gerne draußen an – beim Wandern oder in ihrem Garten.

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Fünf Must-dos für eine Software-First-Strategie

Die Ihr Unternehmen im nächsten Jahrzehnt zukunftssicher machen

Jahrzehntelang galten Anlagen, Werke und Lieferketten als Herzstück des Geschäfts. Doch im kommenden Jahrzehnt wird Ihre Software zum entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Profitabilität in der Industrie.

Nicht als Zusatzmodul. Sondern als strategisches Fundament für Effizienz, Innovation und neue, digitale Erlösquellen.

Unternehmen, die weiterhin nur in „IT-Projekten“ denken, treten bald gegen Wettbewerber an, die ihr gesamtes Geschäftsmodell wie ein Softwareunternehmen aufbauen. Hier sind fünf Schritte, mit denen Sie Ihr Industrieunternehmen jetzt auf eine Software-First-Strategie ausrichten.

1. Geschäfts- und Erlösmodelle vom Kundenwert her neu denken

Klassische Preislisten aus der Vor-Cloud-Ära bremsen heute Wachstum und Skalierung. Statt eimaliger Lizenz- oder Projektpreise zählen nutzungsbasierte und ergebnisorientierte Modelle:

  • Pay-per-Use
  • Subscriptions
  • Digitale Zusatzpakete und Services

Industrieunternehmen, die Service, Daten und Software bündeln, schaffen planbare, wiederkehrende Umsätze – und binden Kunden über Jahre hinweg, nicht nur bis zum nächsten Kauf. So enstehen skalierbare digitale Geschäftsmodelle, die über den gesamten Lebenszyklus Ihrer Produkte tragen.

2. Eine skalierbare Technologie-Infrastruktur aufbauen

Monolithische Altsysteme sind der größte Bremsklotz jeder digitalen Transformation.

Im nächsten Jahrzehnt braucht Ihr Unternehmen eine moderne, skalierbare IT-Architektur, die Wachstum unterstützt statt blockiert:

  • Cloud-first statt Serverkeller
  • Microservices statt monolithischer Monster-Applikationen
  • Saubere, dokumentiert APIs statt starrer Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen

So bringen Sie neue digitale Services in Wochen statt Jahren in den Markt – und Ihre IT wächst flexibel mit dem Geschäft, statt es auszubremsen.

3. Software zum wichtigsten Werttreiber machen

Ihre Kunden kaufen längst nicht mehr nur Hardware. Sie kaufen Verfügbarkeit, Transparenz, Sicherheit und Effizienz – all das entsteht durch Software.

Ob vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), digitale Zwillinge, Self-Service-Portale oder datengetriebene Optimierung: die margenstarken Erträge liegen in den digitalen Funktionen rund um Ihr Kernprodukt.

Wer Software als Herzstück der Wertschöpfung versteht, differenziert sich dort, wo Wettbewerber noch über reine Maschinen-Features diskutieren. So entsteht ein klarer Wettbewerbsvorteil im Markt für industrielle Digitalisierung.

4. In strategischen Ökosysteme und Partnerschaften investieren

Kein Industrieunternehmen wird allein zum Software-Champion.

Das nächste Jahrzehnt gehört denen, die klug kooperieren:

  • Mit Cloud-Providern, um flexibel und global skalierbar zu werden
  • Mit Spezialsoftware-Anbietern, um schneller marktreife Lösungen zu liefern
  • Mit Integrationspartnern, um Lösungen nahtlos in bestehende Kundenlandschaften einzubetten

Offene Schnittstellen, gemeinsame Angebote und ein starkes Partner-Ökosystem erweitern Ihren Markt – ohne, dass Sie jeden Baustein selbst entwickeln müssen. So beschleunigen Sie Ihre digitale Transformation, ohne an Komplexität zu ersticken.

5. Autonome, funktionsübergreifende Produktteams befähigen

Software-First ist nicht nur eine Technologiefrage, sondern vor allem eine Organisationsfrage.

Die erfolgreichsten Unternehmen trennen nicht mehr zwischen „Fachbereich“ und „IT“. Sie arbeiten in cross-funktionalen Produktteams, die:

  • Produktmanagement, Entwicklung, Betrieb, Security und Vertrieb an einen Tisch bringen
  • klare, gemeinsame Ziele verfolgen
  • Verantwortung für ein Produkt Ende-zu-Ende übernehmen

Diese Teams liefern in kleinen, messbaren Schritten, testen früh am Markt, lernen schnell und verbessern kontinuierlich. So entsteht eine hohe Innovationsgeschwindigkeit, die klassische Projektorganisationen nicht erreichen.

Warum wir der richtige Partner für diesen Weg sind

Für Industrieunternehmen bedeutet Software-First einen tiefgreifenden Umbau: Geschäftsmodell, Architektur und Organisation müssen zusammenspielen. Der Weg ist anspruchsvoll – aber machbar, wenn Industrieerfahrung, Technologiekompetenz und Umsetzungspower zusammenkommen.

Genau hier setzen wir an:

Wir verbinden Engineering-Verständnis mit Software-Exzellenz.

Wir helfen Ihnen dabei,

  • aus Ideen marktreife, lauffähige digitale Produkte zu machen,
  • aus Projekten wiederkehrende, skalierbare Erträge zu entwickeln und
  • aus Insellösungen eine tragfähige, sichere Software- und Datenarchitektur aufzubauen.

Wenn Sie Ihr Industrieunternehmen im nächsten Jahrzehnt denken und führen wollen wie ein Softwareunternehmen – ohne Ihre industrielle DNA zu verlieren – sind wir der Partner, der diese Transformation mit Ihnen gestaltet:

Mit klaren Ergebnissen statt großer Versprechen.

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Eine Frau mit lockigem Haar und Brille lächelt in die Kamera, vor einem einfarbig rosa Hintergrund.

Alina Gehrmann

Alina ist Teil des Marketingteams von HiQ. Sie reist gerne in andere Länder oder vertieft sich in einen guten Roman. Ansonsten trifft man sie auch gerne draußen an – beim Wandern oder in ihrem Garten.

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Quantencomputer und Cybersicherheit

Von der zukünftigen Bedrohung zur strategischen Wirklichkeit

Wenn die Fachpresse über Quantencomputer spricht, dann normalerweise mit einer Faszination für deren Möglichkeiten: die Forschung in der Pharma-Branche wird vorangetrieben, Logistik kann sich verbessern und neue wissenschaftliche Durchbrüche wären durch die Quantenmechanik möglich. Doch genau dieses Können, das Quantencomputer zu einem Motor kommender Entwicklung macht, stellt im selben Moment eine existentielle Gefahr für die Konstruktion der Sicherheit im Netz dar, auf die wir heute angewiesen sind.

Warum unsere aktuelle Cybersicherheit angreifbar ist

Fast alle Formen digitaler Kommunikation – von Überweisungen im Online-Banking, E-Mails oder digitalen Ausweissysteme – haben die Basis von Verschlüsselung. Diese wurzelt wiederum aus mathematischen Problemen, die für normal gebräuchliche Computer extrem schwer aus der Welt zu schaffen sind. Ein Beispiel ist das Ausklammern großer Primzahlen oder auch das „diskrete Logarithmusproblem“. 

Verfahren wie RSA und Elliptic Curve Cryptography (ECC) zählen schon seit Jahren als das Fundament der Public Key Infrastructure (PKI). Während ein ganz normaler Computer dafür Tausende von Jahren brauchen würde, könnte ein starker Quantencomputer das Gleiche in nur Minuten bewältigen.

Damit steht das Fundament unseres digitalen Vertrauens auf dem Spiel. Noch sind Quantencomputer nicht so weit – aber es gilt als sicher, dass dieser Punkt irgendwann erreicht wird.

Damit steht das Fundament unseres digitalen Vertrauens auf dem Spiel. Noch sind Quantencomputer nicht so weit – aber es gilt als sicher, dass dieser Punkt irgendwann erreicht wird.

„Erst ernten, dann kassieren“ – Warum die Bedrohung schon da ist

Ein Punkt wird in der Diskussion oft übersehen: die Zeitkomponente. Man könnte leicht denken, Quantencomputer seien ein Problem, das erst in zehn Jahren relevant wird. Doch Angreifer haben ihre Methoden längst angepasst. Mit „Erst ernten, später kassieren“ werden verschlüsselte Daten sofort gesammelt, später werden sie dann entschlüsselt, und zwar dann, wenn die Technik dafür bereit ist. Dabei geht es ganz besonders um Informationen mit langer Lebensdauer, wie medizinische Daten, Ergebnisse aus Forschungen, geistiges Eigentum oder geheime Kommunikation.

Mit anderen Worten: Auch wenn der sogenannte „Q-Day“ – also der Tag, an dem Quantencomputer gängige Verschlüsselung tatsächlich brechen können – vielleicht erst in zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren eintritt, ist die Gefahr schon jetzt real. Alles, was heute aufgezeichnet wird, könnte in Zukunft zur Schatzgrube für Angriffe werden.

Regulatorische Initiativen, die den Kurs vorgeben 

Die weltweiten Regulierungsmaßnahmen zeigen, wie ernst das Thema ist. In den USA verpflichtet der Quantum Cybersecurity Preparedness Act Bundesbehörden dazu, frühzeitig auf Post-Quantum-Kryptografie umzusteigen. Das Standardisierungsinstitut NIST hat nach acht Jahren Arbeit vier neue quanten resistente Algorithmen vorgestellt – drei für digitale Signaturen und einen für Schlüsselaustausch/Verschlüsselung –, die bereits in internationale Standards einfließen.

Auch die EU hat eine gemeinsame Roadmap veröffentlicht, eingebettet in ihre umfassendere Cybersicherheitsstrategie und eng verknüpft mit der NIS2-Richtlinie. Sie schreibt vor, dass kritische Infrastrukturen und besonders sensible Daten bis 2030 auf neue Verfahren umgestellt werden müssen. In Großbritannien wiederum hat das National Cyber Security Centre (NCSC) konkrete Zeitpläne ausgearbeitet, die klar machen: Organisationen müssen jetzt beginnen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Die Botschaft ist eindeutig: Der Umstieg ist keine Option, sondern Pflicht. Er wird durch gesetzliche Vorgaben forciert – und wer sich nicht vorbereitet, riskiert nicht nur rechtliche, sondern auch geschäftliche Konsequenzen.

Die praktischen Herausforderungen – mehr als nur ein technisches Update

Auf den ersten Blick mag es simpel wirken: Man ersetzt alte Verschlüsselungsalgorithmen durch neue. In der Realität ist es jedoch einer der größten technologischen Umbrüche, vor denen Unternehmen je standen. Verschlüsselung steckt überall – in geschäftskritischen Anwendungen, Betriebssystemen, Cloud-Plattformen, Programmierschnittstellen (APIs) und sogar in den Lieferketten.

Der Umstieg wird daher zu einem jahrelangen Projekt, das das gesamte Ökosystem betrifft. Neue Algorithmen mit längeren Schlüsseln können die Leistung beeinträchtigen. Ältere Systeme unterstützen oft keine aktualisierten Bibliotheken. Während der Übergangszeit sind deshalb hybride Lösungen nötig, bei denen klassische und quanten sichere Verfahren parallel laufen. Hinzu kommt: Auch quanten resistente Algorithmen sind nicht unangreifbar – fehlerhafte Implementierungen oder Seitenkanalangriffe können neue Risiken schaffen.

Genau deshalb sprechen Sicherheitsexperten von Krypto-Agilität: der Fähigkeit, Algorithmen flott zu wechseln, wenn sich Standards plötzlich ändern oder über neue Schwachstellen bekannt wird. So geht es also nicht mehr um eine „endgültige“ Lösung, sondern einfach darum, Systeme so zu gestalten, dass sie sich immer wieder und auch in Zukunft anpassen können.

Was das für Entscheidungsträger bedeutet

Für CIOs, CSCOs und CTOs ergibt sich daraus eine neue strategische Verantwortung. Quantencomputing und Cybersicherheit sind keine rein technischen Themen, sondern gehören auf die Agenda der Unternehmensführung. Denn Investitionen in Digitalisierung, Cloud-Migration und Datenmanagement können an Wert verlieren, wenn die kryptografische Basis wegbricht.

Die Weichen, die heute gestellt werden, entscheiden darüber, wie gut eine Organisation vorbereitet ist, sobald Quantencomputer einsatzfähig sind. Abzuwarten, bis die Bedrohung Realität wird, ist keine Option – dann wäre es bereits zu spät. Die Daten, die geschützt sein sollten, wären schon kompromittiert.

Der Weg in die Zukunft

Die Vorbereitung auf das Quanten-Zeitalter muss ein fester Bestandteil davon werden, wie Unternehmen und Gesellschaften ihr Vertrauenskapital, ihr geistiges Eigentum und ihre Geschäftsmodelle schützen.

Dazu gehört eine klare Risikoanalyse: Welche Daten sind am verwundbarsten, welche müssen besonders lange geschützt bleiben? Ebenso wichtig sind eine vorausschauende Planung und die Bereitstellung von Budgets für eine Umstellung, die sich über mehrere Jahre erstrecken wird. Und nicht zuletzt braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologie-Verantwortlichen, Fachbereichen und Regulierungsinstanzen.

Wir bei HiQ sehen: Unternehmen, die frühzeitig handeln, senken nicht nur ihre Risiken, sondern verschaffen sich auch einen Vorsprung in einem Markt, in dem Vertrauen und Cybersicherheit immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Melden Sie sich gern bei uns – wir erzählen Ihnen mehr.

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Alina Gehrmann

Alina ist Teil des Marketingteams von HiQ. Sie reist gerne in andere Länder oder vertieft sich in einen guten Roman. Ansonsten trifft man sie auch gerne draußen an – beim Wandern oder in ihrem Garten.