Hybrides Projektmanagement – Rosinenpicken aus zwei Welten und die Folgen für den Testprozess

Hybrides Projektmanagement – Rosinenpicken aus zwei Welten und die Folgen für den Testprozess

28. August 2019

Kaum ein IT-Projekt kommt heute am Thema Agilität vorbei. Schnellstmögliche Resultate bei hoher Qualität und natürlich vollständiger Abdeckung aller Anforderungen sind nicht das erstrebenswerte Best-Case-Szenario, sondern werden schlicht vorausgesetzt.

Jedoch: Wo Software entwickelt wird passieren Fehler. Je komplexer und integrativer das Umfeld, je mehr Schnittstellen berücksichtigt werden müssen, umso höher sind die Anforderungen an die Qualitätssicherung. Teststufen sind möglichst vorausschauend im Hinblick auf Prozess-Schnittstellen und Integration zu planen. Gleichzeitig erfordern sich ändernde Bedingungen, angepasste oder neue Anforderungen, die auf aktuellen Erkenntnissen beruhen, permanente Anpassungen.

In einer solchen Gemengelage stoßen traditionelle Projektmanagement-Ansätze mit streng vorausgeplanten Phasen und festgelegtem Leistungsumfang schnell an Grenzen.
Agile Ansätze versprechen Abhilfe, stehen aber häufig den Erfordernissen und Bedürfnissen traditionell geprägter Projektorganisationen nach Kontrolle und Planungssicherheit entgegen. Zudem kann die Einbettung von (Neu-)Entwicklungsprojekten in einen von festen Parametern diktierten Gesamt-Plan erforderlich sein.

Zum Beispiel muss die Hardware eines Alt-Systems zu einem fixen Zeitpunkt abgelöst werden, was gleichzeitig eine Neuentwicklung der darauf betriebenen Softwarelösung erfordert. Das Top-Management verlangt Planungs- und Ergebnissicherheit, während die Auftraggeber ihre Anforderungen zu Projektbeginn noch nicht vollständig zielscharf formulieren können. Für das genannte Beispiel bedeutet dies: Die Ablösung der Hardware-Plattform ist ein gut planbares Investitionsprojekt mit festem Leistungsumfang, klar definierten Kosten und einem z. B. durch das Ende von Wartungsverträgen definierten Projektende. Die Neuentwicklung oder Anpassung der Softwarekomponenten erfordert hingegen die Anwendung neuer Technologien und evtl. enthält der Anforderungskatalog auch noch lange erwartete Erweiterungen und Verbesserungen des Leistungsumfangs. Hier wird also Neuland betreten, das Teilprojekt ist weitaus weniger planbar.

Die Lösung:

Mit einem hybriden Projektmanagement-Ansatz wird das Beste aus zwei Welten kombiniert. Das Teilprojekt „Softwareentwicklung“ wird agil gesteuert, um schnelles Feedback für frühe Korrekturschleifen nutzen zu können. Es erfolgt die Einbettung in einen klassisch geplanten Projektablauf, der den Takt für die Integration der Neuentwicklungen vorgibt. Entscheidend ist, die Vorteile der agilen Vorgehensweise zum Vorteil des Gesamtablaufs zu nutzen. So ist der Leistungsumfang in agilen Projekten nicht unbedingt eine festgelegte Größe. Stellen sich unvorhergesehene Herausforderungen ein, die ein Risiko für das übergeordnete Projektziel bedeuten, so kann z. B. eine neue, unkritische Funktionalität in Abstimmung mit dem Auftraggeber auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Agile Vorgehensweise bedeutet geschäftswertorientiertes Handeln. Im Gegensatz zum streng plangesteuerten Vorgehen in klassischen Projekten darf der Leistungsumfang explizit angepasst werden, wenn es dem Nutzen für die Organisation sowie dem Gesamt-Projektziel dient.

Abbildung 1 – Parameter im klassischen und agilen Projekt-Umfeld

Für den Testprozess ergeben sich durch einen hybriden Projektmanagementansatz verschieden Herausforderungen. Einerseits sind fixe Testzeiträume und -ressourcen vorzuplanen (z. B. für Integrations- und Prozesstests), andererseits erfolgt permanentes Testen innerhalb der agilen, iterativen Entwicklungszyklen. Das Team im agilen Umfeld muss stets den Gesamtplan im Blick behalten und die Bewertung von Fehlern oder Auffälligkeiten im Kontext von Schnittstellen, Prozessen und Terminen vornehmen.

Der übergreifenden Kommunikation zwischen agilen Teams, klassischen Projektrollen und den Stakeholdern des Gesamtprojekts kommt in einem hybriden Umfeld eine besondere Bedeutung zu. Nur eine transparente, offene und vollständige Kommunikation ermöglicht es, die Vorteile agiler Ansätze zur Erreichung der Projektziele in die Welt der klassischen Projektplanung erfolgreich einzubinden.

Wir von HiQ bieten Ihnen das Beste aus zwei Welten für Ihre Projekte. Eine dogmatische Trennung der Ansätze „klassisch“ und „agil“ ist nicht unser Ding. Spannend, flexibel und erfolgversprechend wird ein Projekt erst durch die intelligente Verbindung verschiedener Möglichkeiten. Hierbei darf durchaus ein „Rosinenpicken“ aus dem Werkzeugkasten agiler Ansätze helfen, ihr Projekt auch im klassisch/traditionell geführten Umfeld anzureichern und zum Erfolg zu führen.

 

Abbildung 2 – Ansätze für hybrides Projektmanagement

Wir von HiQ Projects unterstützen Sie vom Testmanagement bis hin zur Testautomatisierung, manuellen Tests sowie im Bereich des agilen Testens.
Haben Sie Fragen zu dem Thema oder sind Sie an einer Unterstützung in diesem Bereich interessiert?

 Kontaktieren Sie uns einfach.