Veränderungen durch Covid-19 im Projektalltag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15. Juni 2022

Wir hängen – immer noch – seit mittlerweile über zwei Jahren, in einer Pandemie fest: Covid-19 hat uns fest im Griff.
Die Auswirkungen sind unfassbar und wahrscheinlich hätte Niemand je gedacht, dass so etwas mal passiert und alles so aus der Bahn wirft.
Manche Branchen hatten besonders zu kämpfen, unabhängig vom Gesundheitssektor, der seit zwei Jahren an seine Grenzen geht, mussten die Unterhaltungsbranche, Künstler, Gastronomie etc. mit extremen Einbußen klarkommen.
Es mussten von heute auf morgen viele Prozesse umgestellt, komplett neu erstellt und/oder digitalisiert werden.

Für uns, als Berater für Softwarequalitätssicherheit, war es eine Umstellung, da die Präsenz bei Kunden nun komplett durch die Arbeit am heimischen Schreibtisch ersetzt wurde und dies natürlich auch auf die gemeinsame Arbeit im Beratungsgeschäft Auswirkungen hat.
Wir haben uns einmal mit unserem Kollegen Herrn Julian Fietkau unterhalten, der als Lead Consultant bei HiQ Projects tätig ist.

Julian Fietkau arbeitet seit 2013 bei HiQ Projects als Berater. Er ist schwerpunktmäßig als Release Manager im Einsatz und seit einigen Jahren betreut er zusätzlich als Lead Consultant intern einige HiQ-Kolleg*innen.


HiQ: Wie war deine Reaktion, als du gehört hast, dass du jetzt nicht mehr zum Kunden kannst und nur noch Homeoffice angesagt ist?

Julian Fietkau: Zuerst saß der generelle Schock tief über die pandemische Situation.
Beruflich kamen noch Bedenken hinzu, wie meine koordinative Tätigkeit überhaupt durchführbar ist, da räumliche Distanz auch Probleme mit sich bringt. Aus meiner Erfahrung als Berater waren mir die Probleme schon bewusst und ich sah nicht nur den Vorteil im längeren Ausschlafen im Homeoffice.


Was war für dich die härteste Umstellung?

Im Projekt war für mich die härteste Umstellung, die Menschen nicht mehr direkt zu sehen. Ein großer wichtiger Punkt unserer Arbeit ist es in einem Team mit fremden Menschen zu funktionieren. Sobald im Projekt ein Zusammengehörigkeitsgefühl über die Grenzen der Unternehmenszugehörigkeit erstellt wird, wird gemeinsam an einem Ziel effizient gearbeitet.

Es war für mich außerdem eine harte Umstellung, nun im Homeoffice zu arbeiten.
Homeoffice wird von den Medien gerne als reines „Zukunftsmodell“ vorgestellt, und das jeder Mitarbeiter dies gerne in Anspruch nehmen würde. Dieser „Irrglaube“ entsteht durch eine Romantisierung der Heimarbeit. Die Realität für Arbeitnehmer sieht leider anders aus.

Viele kennen einen anderen Alltag im Projekt. Es werden mehr terminliche Absprachen benötigt, da keine Büro-Gespräche möglich waren. Meine schlimmste Sorge war, dass Arbeitgeber Homeoffice als reinen Bonus für die Mitarbeiter sehen und nicht die Tücken oder Risiken, welche diese Arbeit mit sich bringt.

 

Hast du dich mittlerweile an diese besonderen Umstände, die diese Pandemie mit sich bringt, und die „andere Art“ zu arbeiten gewöhnt und was hilft dir?

Mittlerweile habe ich mich an die Situation gewöhnt, bzw. viele Dinge umgestellt, in meinem Alltag auch.
Mir hat es sehr geholfen, dass die HiQ als Arbeitgeber ebenfalls Erfahrung mit dem Thema Homeoffice hatte. Ich persönlich, der nicht gerne zu Hause arbeitet, musste bei meinem Arbeitgeber nicht anfragen bzgl. Equipment. Es wurde sehr schnell das Equipment zur Verfügung gestellt, um einen ordentlichen Büro Aufbau zu ermöglichen. Wir reden in diesem Kontext über ein ordentliches Headset, Wide Screen Monitor, Schreibtisch, sowie einen guten Bürostuhl. Ich habe aus dem Bekanntenkreis leider mitbekommen, wie andere Unternehmen mit der Thematik umgegangen sind. Beispielsweise wurden nicht IT-affine Menschen mit 2 Seiten Cisco-Erklärung und einem Laptop einfach nach Hause geschickt.

Als bei HiQ dann zusätzlich noch ein Sportprogramm angeboten worden ist, war mir bewusst, mein Arbeitgeber hat sogar Verständnis für körperliche Probleme, die durch das Homeoffice gefördert wurden.

Es war nie ein Pflichtprogramm und ich selbst hätte nicht gedacht, dass Aerobic so anstrengend sein konnte und ich sogar meinen Gefallen daran finde.

Nicht zu vergessen die „Firmen Bike“-Förderungen mit entsprechender Beratung über das JobRad-Angebot der HiQ.

 

Unterhältst du dich auch mit Mitarbeiter*innen vom Kunden darüber, was hilft und was die Situation angenehmer und vielleicht auch effizienter gestalten könnte?

Selbstredend. Ich bin als Berater tätig und generell eher der kommunikative Typ. Ich stellte fest, dass nicht jede Firma ähnlich mit dieser Situation umging, und hierdurch ergaben sich spannende Unterhaltungen.

Gerade im Bereich Teambuilding konnten wir, oder ich, einige Einflüsse durch die Erfahrungen, auch in den Projekten anwenden. Aus dem Bier nach der Arbeit wurde die Runde „Online Montagsmaler“. Aus dem „mal essen gehen“ wurden regelmäßige „Kaffee-Keks-Termine“.

Homeoffice bringt andere Herausforderungen mit sich, als die Arbeit im Büro und dementsprechend muss auch mit dem Thema umgegangen werden.

 

Haben sich deine Arbeit oder sogar die Arbeitsergebnisse, und die Art zu arbeiten, verändert?

Beides musste sich leider ändern. Alleine Ergebnisse zu präsentieren, die Eindrücke der Zuhörer aufzunehmen und nicht starr auf die Folien achten, welche man gerade via der Videokonferenz präsentiert. Die Dokumentation hat einen noch höheren Stellenwert als Beispiel in der Arbeit erhalten.

 

Hast du das Gefühl, dass sich auch die Kommunikation in den Projekten verändert hat?

Absolut. Durch eine Kommunikation, die viral abläuft, können Punkte wie Gestik und Mimik nicht im gleichen Maße übermittelt werden, wie im realen Leben. Aber gerade die non verbale Kommunikation sagt dem Empfänger viel über den Gesprächspartner und sein Anliegen aus.

Das kann zu einer Herausforderung werden und durch einfache Mittel oder Tricks geändert werden.

Ein Tipp ist z.B. während einer Videokonferenz die eigene Kamera-Ansicht zu deaktivieren. Im realen Leben ist keiner der Zuhörer*innen ein Spiegel während der Präsentation.

Zusätzlich werden die Herausforderungen verstärkt durch die Heimarbeit, wodurch sich die umsetzende Seite noch mehr mit dem Produkt/Code identifiziert. Somit kann jeder gefundene Fehler persönlich genommen werden, jeder Kommentar im Daily, man würde/müsse auf die Arbeitsergebnisse warten, kann falsch aufgefasst werden.

Eine gänzliche Konfliktvermeidung ist unmöglich, aber wir von der HiQ versuchen unsere Mitarbeiter*innen sprachlich zu sensibilisieren. Wir machen sehr gute Erfahrungen damit, Retrospektiven zu nutzen und sich vorab Gedanken zu machen, ob eine Meinung/Haltung andere Personen persönlich nehmen könnten.

 

Worauf freust du dich am meisten, wenn die Infektions-Zahlen und Inzidenzen tatsächlich eine Lockerung zulassen?

Vor Ort im Büro zu arbeiten, bedeutet nicht nur die negativen Aspekte, wie beispielsweise Stau auf dem Weg zur Arbeit, unpünktliche Bahnen oder das ein Vorgesetzter einem „im Nacken sitzt“. Dies sind rein subjektive Negativbeispiele und wenn man persönlich in der Vergangenheit „kramt“ wird schnell deutlich, die spannendsten und „Team bildenden“ Maßnahmen entstanden nicht via einem Videocall.

Es gibt ganz viele positive Aspekte, auf die ich mich freue, z.B. dass man wieder direkt mit Menschen zusammen agieren und arbeiten kann.

Das Bild des Entwicklers oder Testers, der am Strand sitzt und fröhlich vor sich her arbeitet, habe ich persönlich noch nicht erlebt und ich würde auch eher ein Modell präferieren, bei welchem ich am Strand eher ins Meer gehen kann.

Nur durch eine direkte Zusammenarbeit ist eine Kundenbindung möglich und entsprechend freuen wir uns sehr, wenn bald wieder vor Ort-Arbeit umsetzbar ist und auch ein entspanntes „Feierabend Bier“ wieder möglich wird.

 

Darauf freuen wir uns von der HiQ alle zusammen und hoffen, das ist bald wieder möglich.
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